
Fernweh?
Willkommen auf meinem Reiseblog - der Ort, an dem Fernweh auf WLAN trifft! Hier geht's nicht um Hochglanz-Broschüren, sondern um echte Erfahrungen, praktische Tipps, ehrliche Empfehlungen und ein paar charmante Chaosmomente on the road.
Du findest hier Packlisten, Reiseberichte, charmante Pannen und persönliche Highlights - alles, was dich inspirieren und deine nächste Reise leichter machen soll. Und weil cleveres Reisen auch gutes Equipment braucht, verlinke ich dir meine liebsten Urlaubsgadgets.
Mach's dir gemütlich und klick dich durch - vielleicht beginnt deine nächste Reise ja genau hier.
Frei sein, treiben lassen, Segel-Abenteuer erleben!
Kroatien ab Rogoznica (12.–19. Juli 2025)
Einleitung – Freiheit, Abenteuer und Entschleunigung auf 12 Metern
Freiheit misst man in Knoten – oder in der Anzahl der Tage, an denen man barfuß von Deck aufs Meer hinausschaut, ohne zu wissen, was als Nächstes passiert. Genau deshalb liebe ich das Segeln. Es ist kein Urlaub im klassischen Sinn. Es ist langsamer, ehrlicher, unmittelbarer. Und ja, manchmal auch deutlich chaotischer.
Eine Woche lang leben auf zwölf Metern – mit Menschen, die man mag (und nach Tag 3 auch wirklich gut kennt), mit einem Kühlschrank, der ständig überfordert ist, und einem Wind, der sich grundsätzlich nicht an Pläne hält. Es ist ein Abenteuer zwischen Sonnenuntergang und Seekarte, zwischen Aperol und Ankerstress, zwischen völliger Ruhe und plötzlicher Hektik, wenn der Skipper „Festmachen!“ ruft.
Was ich daran liebe? Dass man nichts kontrollieren kann – außer vielleicht den Tagesvorrat an kaltem Bier. Dass man morgens aufwacht mit Salzwasser im Haar und einem klaren Ziel: einfach treiben lassen.
Willkommen auf meinem Segeltörn durch Kroatien.
Tag 1: Anreise, Bürokratie & die erste Nacht mit WILMA
Nach stundenlangem Packen, Tetris im Kofferraum und einem letzten Blick auf die Einkaufsliste („Hatten wir nicht drei Dosen Tomaten?“), kamen wir gegen 14:30 Uhr in Rogoznica an. Parkplatz? Semi-schattig. Stimmung? Euphorisch. Priorität? Erstmal zur Toilette.
Die Bootsübernahme? Unsere Aufgabe – samt Kaution von 1.500 €, Wochenpauschale in bar und Tourismusabgabe. Ich war danach offiziell bargeldlos. Unser Boot: eine nagelneue Bavaria C38 mit dem Namen WILMA.
Nach einer technischen Korrekturschleife im Büro wurden wir mit dem Golfwagen zum Steg kutschiert, Koffer und Einkäufe im Schlepptau. Um 16:18 Uhr durften wir an Bord. Mein erster Gedanke: kompakt. Mein zweiter: wir nehmen die große Kabine. Wegen meiner Platzangst. Der Kühlschrank? Klein. Der Stauraum? Versteckt. Aber: unser Abenteuer konnte beginnen.
Abends: Unsere Freunde treffen ein, Skipper Klaus ebenfalls. Die Bootsübergabe übernahm er. Danach ein erster Einkauf im Hafenkiosk: Bananen, Äpfel, Tomaten, Gurken und Eier. Abendessen in der nahen Pizzeria – für mich leider mit Migränekopfschmerz und leerem Magen. Licht aus gegen 23 Uhr.
Tag 2: Vis – Vom Frühstückskaffee zur Tomatensoße mit Sonnenuntergang
Gegen 7 Uhr sind alle wach. Kaffee, 27 Grad, perfektes Segelwetter. Nach dem Frühstück (inklusive Sicherheitseinweisung, Schwimmwestentest und detaillierter Toilettenschulung) heißt es um 10:00 Uhr: Leinen los!
Mit 6,7 Knoten Kurs Insel Vis. Die ersten großen Fragen: Wie esse ich bei Schräglage? Wie komme ich aufs Klo ohne blaue Flecken? Und wieso rebelliert mein Magen? Leider: Seekrank. Mein Frühstück verabschiedete sich auf hoher See.
Gegen 17:45 Uhr ankern wir in einer kleinen Bucht unterhalb von Komiza. Glasklares Wasser. Alle springen ins Meer. Abendessen an Bord: Nudeln mit Tomatensoße. Sonnenuntergang? Postkartenniveau.
Tag 3: Rührei, Blaue Lagune & Fisch für Zwei Tage
Frühstück: Rührei mit Bacon und Tomaten. Davor und danach: Schwimmen.
Um 11:13 Uhr heißt es wieder: Segel setzen. Ziel: Blaue Lagune bei Budikovac. Wetter: 29 Grad, wolkenlos. Wasser: so klar, dass man sich beim Schnorcheln zwischen Felsen und Seeigeln durchmanövrieren muss. Ich hatte eine kleine Panikattacke – kein Sichtkontakt zum Ende des Engpasses – aber mein Freund manövrierte mich sicher hindurch.
Gegen 15 Uhr liegen wir allein in der Lagune. Geheimtipp! Danach weiter nach Milna (Insel Vis). Abendessen wollten wir im Restaurant – aber ohne Reservierung blieb nur Take-away. Dafür: eine Fischplatte für die Ewigkeit. Der Mond war spektakulär – nur leider unfotografierbar auf einem schwankenden Boot.
Tag 4: Sveta Nedelja – Enge Manöver & Unterwasserwein
Frühstück, Kaffee, Entspannung. Abfahrt um 9:30 Uhr. Ziel: Insel Hvar. Der Plan: „Wir schauen mal, wo Platz ist.“ Die Realität: wenig Platz. Und dann: Sveta Nedelja – laut Hafenführer Platz für exakt drei Segelboote. Herausforderung angenommen.
Der Hafen? Winzig. Die Einfahrt? Eng. Unser Anlegemanöver? Präzise. Nur: Wir mussten doch noch mal umparken – Zweite-Reihe-Anlegen direkt vorm Restaurant. Die Gäste sahen leicht besorgt aus, aber: wir haben’s gemeistert. Wer dann an Land will, steigt übers Nachbarboot – mit Stil und Barfuß.
Nach dem Fisch von gestern: Schwimmen, Nichtstun, Biernachschub und Rasiererkauf. Den Rasierer? Gab’s im 2 m²-Kiosk. Zum Abendessen: Fleisch statt Fisch. Das Hafenrestaurant hat einen Unterwasserweinkeller – den passenden Wein gab’s natürlich zum Essen dazu.
Tag 5: Von kanadischer Aperol-Folter zu glasklarem Glück bei den Hölleninseln
Die Nacht war laut – unsere kanadischen Nachbarn feierten durch.
Morgens hilft nur Kaffee. Viel Kaffee. Dann frisches Brot, Frühstück, Durchatmen. Um 10 Uhr: Leinen los, Kurs Hölleninseln (Pakleni Otoci). Felsige Küstenlinie, überall Boote. Aber: Wir finden eine einsame Bucht für uns allein. Baden, lesen, trinken – gekühlt, nur wenn man den Kühlschrank wieder aufgefüllt hat.
16 Uhr: Wir erreichen die Hölleninseln. Glasklares Wasser, Hunderte Fische – keine Angel. Die Fische feiern uns mit Spott. Abendessen: Reis mit Gemüse. Gesund und gut.
Abends dann Hafenkino vom Feinsten: Ein Schiff namens Casablanca legt neben uns an. Schönes Schiff. Wenige Passagiere. Falscher Eindruck. Ab 22 Uhr: Partymusik, Lichtshow. Um 1 Uhr dann auch noch Anker-Alarm. Ich war wach, Klaus kam kurz an Deck, sah die Lage, nickte: „Hab ich mir gedacht. Passt.“, ging wieder schlafen. Ich auch.
Tag 6: Von Drohnenflügen, Weißwein-Deals und der Rückreise
Kaffee, Schwimmen, Drohnenflug – perfekter Start. Während wir frühstücken, kommt ein großes Schiff auf uns zu. Die Crew fragt höflich, ob sie neben uns ankern dürfen. Skipper Klaus: „Nur gegen eine Flasche Wein.“ Ergebnis: Eine eiskalte Weißweinflasche wechselt den Besitzer. So geht Diplomatie.
Dann kommt das nächste Riesenschiff – wir entscheiden: Rückzug. Boot klarmachen, Anker hoch, Motor an. Gegen 11:15 Uhr: Segel setzen. Kurs: Šolta. 16 Uhr: Anker fällt in der Bucht von Nečujam.
Abends: Mit dem Dingi zu fünft (zum Glück mit Motor) ins Restaurant, danach noch zur Strandbar. Pina Colada, Aperol, zwei Kugeln Eis – Leben kann so einfach sein. Zurück an Bord schaukelt Wilma im Wind. Letzte Nacht. Morgen geht’s zurück.
Tag 7: Von Wespen, Windstille und einem Knoten, der saß
Frühstück unter Wespenangriff. Kaffeepulver anzünden? Zwecklos. Klaus wird gestochen – beim Hinsetzen. Tapfer, wie es sich gehört.
Motorfahrt Richtung Rogoznica. Mittag: letzte Snacks, letztes Radler. Vorräte? Perfekt kalkuliert. 13 Uhr: letztes Mal Segel setzen. 14:30: Hafen in Sicht. Tanken. Warten. Anlegen – mein Knoten sitzt!
Kaffee an Deck, Bootscheck mit der Crew. Dann noch mal Hafenkino: Boot nebenan, Seilabriss am Mast, einer muss hoch. Wir schauen, staunen, snacken. Abendessen wie am ersten Abend: Pizzeria. Diesmal ohne Migräne. Danach auf dem Boot: Rückblick, Lachen, Pläne fürs nächste Jahr.
Abschied
Am nächsten Morgen kein langes Frühstück mehr. Alle packen, räumen, verabschieden sich. Müll weg, Taschen raus. Der Golfwagen bringt uns zum Auto, Skipper Klaus zum Taxistand. Unsere Freunde fahren nach Slowenien – ich am nächsten Tag zurück nach München.
Schlusswort
Segeln ist ein bisschen wie das Leben: Man kann noch so viel planen – am Ende entscheidet der Wind.
Mal kommt man schneller voran, mal dreht man sich im Kreis. Aber wenn man die richtige Crew hat, wird selbst das kleinste Manöver zum Highlight.
Diese Woche war: laut, leise, sonnig, schaukelig, salzig – und unvergesslich.
Und jetzt weiß ich wieder: Freiheit riecht nach Meer.
Setz die Segel für dein Abenteuer!
In dieser Sektion findest du eine Übersicht meiner Packliste mit nützlichen Produkten, die ich für die Segelreise verwendet habe. So bist du bestens vorbereitet für dein eigenes Abenteuer.

Essentials für die hohe See
Was wichtig ist!
Die richtige Ausrüstung ist das A und O! Vergiss nicht deine Segeljacke, Sonnenschutz und eine gute Schwimmweste. Diese Basics sorgen dafür, dass du dich wohlfühlst und sicher bist. Kompakt und praktisch – so findest du alles, was du brauchst!

Leckereien an Bord
Snacks für unterwegs
Energie ist alles! Pack dir jede Menge Snacks wie Nüsse, Trockenfrüchte und Müsliriegel ein. Diese kleinen Helfer sind perfekt, um während der Fahrt fit und munter zu bleiben. Denke auch an frisches Obst – das bringt gute Laune!

Erste Hilfe für die Crew
Sicher ist sicher!
Ein gut bestücktes Erste-Hilfe-Set sollte immer an Bord sein. Pflaster, Verbände und Schmerzmittel sind unverzichtbar, egal wie gut die Crew in Form ist! So bist du auf alles vorbereitet und kannst das Abenteuer sorgenfrei genießen.

Spaß auf der Reise
Unterhaltung für Alle
Vergiss nicht, ein bisschen Unterhaltung mitzunehmen! Ob Bücher, Karten oder Gesellschaftsspiele – so wird auch der längste Tag auf dem Wasser zum Vergnügen. Mach dir die Zeit schön und genieße die Ausblicke!
Hier kommt Meer fürs Auge! In dieser Galerie findest du meine liebsten Bilder der Segelreise – mal wild, mal ruhig, immer echt. Schau dich um, träume dich ans Meer und hol dir eine Brise Fernweh ab.




























